Nicht nur in der Medizin, wo Exoskelette Menschen mit Rückenmarksverletzungen und Bewegungsstörungen bei der Rehabilitation helfen, kommt diese relativ neue Technik zum Einsatz. Auch im Handwerk geht der Trend immer mehr zum Tragen eines Exoskeletts. Gerade bei Tätigkeiten, bei denen oft und anhaltend schwer gehoben werden muss, zeigen sich die Vorteile dieser Arbeitsunterstützung.

Exoskelett – was ist das?

Ein Exoskelett ist, salopp gesprochen, ein Korsett, das das menschliche Skelett unterstützt und die Muskelkraft verstärkt. Zu unterscheiden sind aktive und passive Exoskelette.

Ein passives Exoskelett (ohne Antrieb) wirkt dabei im Wesentlichen wie eine Feder hinter den Muskeln, die bei Anspannung kraftunterstützend wirkt. Durch mechanische Feder- oder Seilzugsysteme fangen diese passiven Exoskelette auftretende Belastungen ab und können die Anstrengung beim Heben für den Mitarbeiter um bis zu vierzig Prozent reduzieren.

Ein aktives Exoskelett (mit Antrieb) verfügt hingegen über einen elektrischen oder pneumatischen Antrieb, der für die Kraftunterstützung sorgt. Der Vorteil eines aktiven Exoskeletts liegt in seiner deutlich stärkeren Kraftunterstützung, zudem ist die Stärke der Unterstützung meistens über die Energiezufuhr einstellbar. Der Nachteil eines aktiven Exoskeletts liegt im höheren Gewicht, da der Antrieb vom Mitarbeiter getragen werden muss. Ein weiterer Nachteil ist der höhere Preis eines aktiven im Vergleich zu einem passiven Exoskelett, wobei durch die zunehmende Verbreitung von Exoskeletten das Preisniveau im Laufe der letzten Jahre bereits gesunken ist.

Da auch bei der SLZ-Maschinenbau GmbH ermüdungsfreies Arbeiten ein Thema ist, hat sich Geschäftsführer Anton Schönfelder dafür entschieden, einen Mitarbeiter probeweise mit einem aktiven Exoskelett der Firma exoIQ auszurüsten. Hierzu erklärt der SLZ-Geschäftsführer: „In einem ersten Test mit einem Prototypen des neuen Modells S700 haben wir gute Ergebnisse erzielt. Pneumatisch unterstützt, konnte unser Mitarbeiter 5 Kilogramm schwere Bauteile mühelos mit ausgestrecktem Arm dauerhaft ermüdungsfrei in seine CNC-Werkzeugmaschine einheben und einspannen. 5 Kilogramm klingt erst einmal nicht viel – doch über den ganzen Tag verteilt, wird diese einseitige Dauerbelastung sehr anstrengend.“

Sowohl der Mitarbeiter als auch die Geschäftsführung sind nun auf das Ergebnis des Langzeittests gespannt.

Einen schönen Tag wünscht

das Team der Engineering Group

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Bild: Pressebild exoIQ