Technisches Schreiben und belletristisches Schreiben unterscheiden sich grundlegend. Die formalen und ästhetischen Unterschiede sind dabei klar definiert. So unterliegen beispielsweise belletristische Texte, die vom Leser als angenehm lesbar empfunden werden, weniger streng formalen denn ästhetischen Regeln – auch wenn sich diese mit dem Zeitgeist ändern. Gerade durch die vielen Formulierungen innewohnende semantische Unschärfe entsteht letzen Endes „Kopfkino“ beim Lesen, so beispielsweise beim Lesen eines Romans.

Technische Texte hingegen müssen vom Leser in Gänze verstanden werden, um ihm ein vollumfängliches Verständnis der Maschine, der Vorrichtung oder der Sondermaschine zu vermitteln. Um dem Schreiber hierbei Rechtssicherheit zu geben, sind die formellen und ästhetischen Regeln deutlich klarer definiert als beim belletristischen Schreiben.

Konkret: Es sind bei technischen Texten die entsprechenden Vorgaben des Gesetzgebers hinsichtlich Verständlichkeit, Inhalt, Struktur, Aussehen, Gestaltung und Sprache zu beachten. Diese Vorgaben sind in der DIN 82079-1 definiert, deren Berücksichtigung unverzichtbar für eine EU-konforme, normgerechte und haftungssichere Technische Dokumentation ist.

Wer also meint, bei den Betriebsanleitungen für Maschinen einfach drauf los schreiben zu können, ohne die EU-Gesetzgebung und die Normvorgaben berücksichtigen zu müssen, der handelt bestenfalls fahrlässig. Schlechtestenfalls – namentlich, wenn die nicht normkonforme Betriebsanleitung bzw. Technische Dokumentation zu einem Personenschaden geführt hat – kommt die Staatsanwaltschaft auf Besuch und möchte wissen, warum die klaren Vorgaben der DIN 82079-1 vom Schreiber nicht angewandt wurden. Und dann kann es sehr unangenehm werden …

Einen schönen Tag wünscht

das Team der Engineering Group

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